Medienmitteilung vom 20. März 2017

  • 20. März 2017

Die Gegenwart ist das, was man in Zukunft Vergangenheit nennen wird

Das elektronische Patientendossier steht vor der Einführung

Fast auf den Tag genau 41 Jahre nachdem Apple seinen ersten Heimcomputer auf den Markt gebracht hat – das war im April 1976 – ist das, was unterdessen als «elektronische Vergangenheit» angesehen werden darf, in der Gegenwart des schweizerischen Gesundheitswesens angekommen – und wird hierzulande als Zukunft gefeiert. Das Elektronische Patientendossier steht vor seiner Einführung!

Am 15. April 2017 ist es soweit: Schweizer Patientinnen und Patienten können dazu einwilligen, dass über ihren Gesundheitszustand ein elektronisches Patientendossier geführt wird. Die im Dossier enthaltenen Daten (z.B. Labordaten, Rezepte, radiologischer Berichte usw.) können inskünftig nicht nur von den an der Behandlung beteiligten Gesundheitsfachpersonen abgerufen werden, sondern auch von den Patientinnen und Patienten selbst. Diesen steht auch die Möglichkeit offen, selber eigene Daten (z.B. Informationen über Allergien oder Kontaktdaten von im Notfall zu benachrichtigenden Personen) ins eigene Dossier hochzuladen, um diese den behandelnden Gesundheitsfachpersonen zugänglich zu machen. Mit dem elektronischen Patientendossier sollen laut BAG «die Qualität der medizinischen Behandlung gestärkt, die Behandlungsprozesse verbessert, die Patientensicherheit erhöht und die Effizienz des Gesundheitssystems gesteigert sowie die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten gefördert werden.»

Freiwilligkeit
Schweizerinnen und Schweizer entscheiden selbst, ob sie ein elektronisches Patientendossier eröffnen und gegebenenfalls wieder schliessen wollen. Nicht nur die Patientinnen und Patienten haben jederzeit Zugriff auf alle Daten und Dokumente aus ihren Dossiers, sondern auch Gesundheitsfachpersonen. Letztere allerdings nur, wenn sie sich zuvor einer zertifizierten sog. «Stammgemeinschaft» angeschlossen und von den Patienten die Zugriffsrechte eingeräumt erhalten haben. Damit Datenschutz, Datensicherheit und Zusammenarbeit sichergestellt bleiben, schreibt der Bund die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für den Betrieb der Stammgemeinschaften vor und überprüft diese regelmässig.

Vorreiterrolle der Schweizer Versandapotheken
Mit der Einführung des elektronischen Patientendossiers wird jetzt also allmählich landesweit und für die Gesamtbehandlung Standard, was die Schweizerischen Versandapotheken bereits seit Jahren für die Versorgung mit Arzneimitteln gewährleisten konnten: Abgabe von Heilmitteln nur nach garantierter, vorgängiger Interaktionskontrolle und unter Einhaltung weiterer, bislang nur von den Versandapotheken garantierten Qualitätsstandards. Das elektronische Patientendossier wird jetzt auch für andere Versorger die Gelegenheit schaffen, sich den Qualitätsstandards der Versandapotheken anzunähern. Willkommen in der Gegenwart!